Dienstag, 24. Juni 2014

Lieder und Verse

21.06.14

Falls sich jemand über das Datum wundern sollte, das oben rechts steht: Da ich ja gerade im Urlaub bin, schreibe ich meist irgendwann tagsüber etwas in mein Büchlein, aber veröffentliche es, wenn ich die Zeit dafür habe. Das wird sich sicherlich ändern, sobald wir wieder zu Hause sind.

Also die Große ist mit Feuereifer dabei Gebärden zu lernen. Durch den Urlaub lass ich die Gebärden schon irgendwie ein wenig schleifen. "komm" gebärde ich weiterhin und in unserer Einliegerwohnung gebärde ich auch viel, aber meine Schwiegereltern würden "richtige" Gebärden vielleicht irgendwie zu abgefahren finden oder es ist mir unangenehm allzu offensichtlich zu gebärden. Keine Ahnung! Wird schon werden mit der Zeit. Mein Buch habe ich aber dabei und ich lese unheimlich viel. Gedanklich muss ich schon manchmal bremsen, weil ich so viel auf einmal gebärden könnte. Die Große findet Babyzeichen aber so toll, dass sie ständig Neues lernen möchte und das unterstütze ich natürlich. Die Kleine bekommt also ständig von Gebärden begleitete Lieder vorgesungen. Sie liebt es, wenn jemand singt. Nun hab ich also den ganzen Abend damit verbracht, Kinderlieder und Verse zu suchen, die mit ein paar Gebärden begleitet werden können, und mir die dazugehörigen Gebärden einzuprägen. 
Folgende Verse haben wir nun also im Repertoire (die fett gedruckten Wörter kann ich dazu gebärden)

Tschu, tschu, tschu die Eisenbahn,
wer will mit zur Oma fahr'n?
Alleine fahren mag ich nicht
drum nehm ich meine Schwester mit.

Karl, der kleine Krabbelkäfer
krabbelt hoch, krabbelt runter, krabbelt hin und krabbelt her, krabbelt auf deinem Bauch umher

muh, muh, muh
so ruft im Stall die Kuh.
Wir geben ihr das Futter
Sie gibt uns Milch und Butter
muh, muh, muh, so ruft im Stall die Kuh

Kommt ein Mäuschen
Baut ein Häuschen
Kommt eine Mücke
Baut eine Brücke
Kommt ein Floh
und der macht so (kitzeln)

Fünf Kinder gehen in den Zoo
und jeder ruft: "Ich freu mich so!"
Das Erste will gleich zu den Affen
Das Zweite nur zu den Giraffen
Das Dritte will den Tiger seh'n
Das Vierte will zum Nashorn geh'n
Das Fünfte ruft: "I wo, I wo!
Ich muss doch erstmal auf das Klo!"


Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob wir die Kleine damit beeindrucken können und ihr ein Grinsen aufs Gesicht zaubern.


Sonntag, 22. Juni 2014

Wie es dazu kam...

20.06.2014

In einer Facebook-Gruppe las ich mal etwas über Babygebärden. Ich hab mich aber nicht weiter damit beschäftigt, sondern fand es irgendwie zu "abgefahren" für uns. Das machen doch bestimmt nur Öko-Hippie-Mütter, die mit Globuli um sich werfen, windelfrei praktizieren oder zumindest Stoffis nutzen usw. Ja, ich hatte Vorurteile. Seit aber meine 2. Tochter auf der Welt ist, hat sich einiges geändert. ich gehöre immer mehr zu den tragenden, familienbettenden Öko-Hippie-Müttern...

Zusammen mit der Großen sah ich mal eine Sendung über Taube und ihre Kinder. Dass die Kinder, die hören und sprechen konnten, bereits mit einigen Monaten über Gebärden mit ihren Eltern kommunizieren konnten, hat mich total fasziniert. Sofort fiel mir die Facebook-Gruoppe wieder ein und ich stellte dort gleich die Frage nach den Babygebärden. Viele Bücher und Links wurden mit vorgeschlagenund den Rest des Tages war ich vertieft in dieses Thema. Als mein Mann dann abends von der Arbeit kam, zeigte ich ihm das gleich (als Einstieg zeigte ich ihm ein Youtube-Video) und erklärte auch, dass die Gebärden die Zweisprachigkeit erleichtern könnten. Wir waren uns schnell einig, dass wir es mal versuchen würden. Die Kleine war zu dem Zeitpunkt ca. 4 Monate alt. Wir fingen an, uns im Alltag zu beobachten: Welche Gebärden nutzen wir instinktiv (komm, lecker, alle, wo, da) und welche Wörter nutzen wir viel (Milch, kuscheln, wo, Musik, Schwester, mehr/nochmal). Diese Gebärden wollten wir als erstes nutzen. Ich kaufte mir ein Buch (Vivian König "Das große Buch der Babyzeichen") und las und las und las. Im Internet stöberte ich auch immer wieder ausgiebig und ich gründete eine eigene Facebook-Gruppe, um mich besser austauschen zu können. Unser Alltag wurde nun also mit Gebärden bereichert. Einige nutzten wir ja eh schon, andere Gebärden wollten wir mehr nutzen, aber es passte dann auch nicht immer. Wenn die Kleine hungrig war und brüllte, fand ich es sinnlos erstmal "Milch" zu gebärden. Meine Tochter wird nämlich nicht langsam immer hungriger sondern ist entweder satt und glücklich oder hungrig und dann schreit sie. Ich hab mir dann also eher angewöhnt, ihr trinken zu kommentieren ("jetzt trinkst du endlich deine Milch") als vorher zu sagen, das ich jetzt die Milch mache. Wenn sie wenigstens gucken würde, wenn sie so weint, dann würde sie vielleicht eher verstehen, dass ich schon die Milch mache und sich dann etwas beruhigen.
Ein sehr beliebtes Zeichen ist übrigens "Musik". Sara hat eine Wippe, in der sie Musik anmachen kann, wenn sie an einem Griff zieht. Seit ich jedesmal dazu "Musik" gebärde, zieht sie noch viel lieber daran und schaut mich dann erwartungsvoll an. Ich bin gespannt, wann sie dazu gebärdet.

Ich las, dass Babys motorisch und kognitiv in der Lage sind Gebärden für sich zu nutzen, wenn sie einfache Dinge wie"da" oder "winke-winke" machen. Da kam aber bisher nichts von ihr,. Sara ist aber jetzt auch erst 5 Monate alt.

Seit gestern sind wir im Urlaub bei meinen Schwiegereltern. Heute morgen lag ich mit Sara im Bett. Mein Mann und die Groß schliefen noch und wir machten ein wenig Quatsch. Dann fragte ich Sara, wo denn der Papa sei. Sie schaute sich um, sah ihn neben uns und zeigte ganz bewusst mit gestrecktem Zeigefinger auf ihn. Ich war so stolz auf sie! Wir wiederholten das während des Spielens dann noch ein paar mal. Wegen dieser Geste und meinem unbändigen Stolz, kam ich dann auf die Idee unser Leben mit den Gebärden aufzuschreiben und öffentlich zu teilen. Ich bin schon gespannt, wie es weitergeht.